Am Donnerstag, 03. September trafen sich Jugendliche und junge Erwachsene aus mehreren Kirchengemeinden der Propstei Wolfenbüttel zur Propsteijugendversammlung (PJV).
Neben dem üblichen Austausch und Berichtsteil aus jugendpolitischen Gremien und den Kirchengemeinden und einem umfassenden Sommerüberblick setzten sich die jungen Menschen mit dem Thema Rechtspopulismus auseinander. Welche Grundannahmen liegen einem rechtspopulistischen Weltbild zugrunde, welche Signalwörter lassen mich bei meinem Gegenüber hellhörig werden? In Kleingruppen erarbeiteten sich die Delegierten verschiedene Argumentationsmuster und kamen ins Gespräch darüber, wie man ihnen nach Möglichkeit begegnen kann und was die Zielsetzung ist. Ist mein Gegenüber (noch) für Argumente empfänglich? Gibt es in der akuten Situation ein hörendes Umfeld und – wenn es kein andere tut – ist es dann an mir das Schweigen zu durchbrechen?
Wir haben uns mit dem Konzept der Radikalen Höflichkeit auseinandergesetzt und mit Konterbunt eine App erkundet, die spielerisch den Umgang mit rechtspopulistischen Argumenten trainiert. Deeskalieren ist manchmal gar nicht so einfach, wenn das Gegenüber bewusst oder völlig unreflektiert sexistische, rechtsextremistische, queerfeindliche oder antisemitische Sch...prüche von sich gibt.
In einer Reflexionsrunde haben die Diskussionsteilnehmer*innen eigene Erfahrungen aus Alltag und Jugendarbeit einfließen lassen sowie die klare Positionierung unserer neuen Landesbischöfin für Demokratie und gegen diskriminierende und gesellschaftsspaltende Parteipolitik begrüßt.
Bei der Propsteijugendversammlung am 05. Juni 2026 hatten wir uns bereits intensiv mit dem damals neu gegründeten Bündnis gegen Rechts Wolfenbüttel auseinandergesetzt und unseren Beitritt diskutiert, waren aber leider nicht beschlussfähig.
Nach kurzer Diskussion in der aktuellen Sitzung wurde der Beitritt von den Anwesenden mehrheitlich bei einer einer Enthaltung und keinen Gegenstimmen beschlossen.
"Was tun wir denn dann konkret, wenn wir beitreten?" fragte eine der Delegierten im Zuge des Diskussion.
Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen mit dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt als vorläufigen Höhepunkt eine berechtigte Frage.
Position beziehen ist ein Anfang, reicht aber nicht aus um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gegen rechtspopulistische und rechtsextreme Beeinflussung widerstandsfähig zu machen und unsere Gesellschaft weiterhin vielfältig, freundlich, tolerant und weltoffen zu gestalten.

